Handbuch Lärmschutz
Asphalt im Straßenbau 1950

Autonome Walzen – die Revolution im Straßenbau: Bei der Hamm AG hat die Zukunft der Verdichtung schon begonnen

Das technologiefokussierte Unternehmen aus Tirschenreuth setzt Akzente – diesmal in der Entwicklung autonom fahrender Verdichtungsgeräte. Was sich aktuell noch im abgegrenzten Areal einer Teststrecke abspielt, ist Teil des Zukunftsprojekts "autonome Walzen".

Designstudie einer autonomen Walze: Der Wegfall der Fahrerplattform eröffnet für die Konstruktion ebenso wie für den Bauprozess viele Optimierungsmöglichkeiten, zum Beispiel das Verhältnis von Bandagendurchmesser zu Gesamthöhe

Autonom fahrende Autos, die sich ohne menschliches Zutun bewegen, gehören noch nicht zum Alltag, aber sie sind schon in greifbarer Nähe. Und auch in anderen Lebensbereichen sprießen Produkte und Dienste rund um das autonome Fahren oder Arbeiten derzeit wie Pilze aus dem Boden; zum Beispiel Rasenmäh- oder Fensterputz-Roboter. In der Baumaschinenindustrie gibt es bis dato hingegen nur wenige autonom fahrende Maschinen. Allerdings erobern Assistenzsysteme im Bausektor die Geräte. Die Hamm AG gehört in der Verdichtungstechnik seit jeher zu den Unternehmen, die Trends setzen und neue Technologien früh zur weiteren Verbesserung der Walzen nutzen. Nun setzt das technologiefokussierte Unternehmen aus Tirschenreuth erneut Akzente – diesmal in der Entwicklung autonom fahrender Verdichtungsgeräte. Was sich aktuell noch im abgegrenzten Areal einer Teststrecke abspielt, ist Teil des Zukunftsprojekts "autonome Walzen". Bis Hamm-Walzen komplett autonom fahren und verdichten können, werden noch viele Jahre vergehen. Aber eines haben die Analysen und Versuche in Tirschenreuth schon gezeigt: Mit autonom fahrenden Walzen lassen sich Qualität und Wirtschaftlichkeit der Verdichtung spürbar steigern.

Nutzung von Assistenzsystemen steigt rapide an
In modernen Pkw und Lkw steigt die Nutzung von Assistenzsystemen derzeit rapide an. GNSS-Systeme für die Navigation, Tempomat, Abstandshalter, Spurassistent, Einpark- und Lenkhilfen oder das automatische Zu- und Abschalten des Abblendlichts setzen sich mehr und mehr durch. Sie gehören in vielen Ländern sogar mittlerweile zum Standard bei Neufahrzeugen. Diese Assistenzsysteme sind die Basis für autonom fahrende Lkw und Pkw, die bereits heute auf Teststrecken unterwegs sind, entwickelt von den Vorreitern der Branche. Diese Entwicklung wird vor den Baumaschinen keinen Halt machen. Dabei werden Walzen für die Asphalt- und Erdverdichtung zu den ersten Geräten gehören, in denen sich solche Systeme großflächig durchsetzen. Der Grund: Sie ähneln dem Auto in mehr Aspekten als viele andere Maschinentypen.

Der Weg ist noch weit
Bis eine solche Maschine Realität wird, ist der Weg noch weit – bei Hamm denkt man hier in Dekaden. Aber die Reise wurde schon längst begonnen durch die Nutzung zahlreicher Assistenzsysteme. Bekannt ist vor allem der HCQ Navigator. Er zeigt mit Hilfe eines Computers an Bord der Walze und GNSS-Daten in Echtzeit, wo bereits wie oft bzw. wie viel verdichtet wurde. Dazu kommen Fahrfunktionen wie das automatische Reversieren oder der Tempomat und Sicherheitsfeatures wie Rückfahrkameras. Sie alle entlasten die Fahrer und steigern schon heute die Qualität der Verdichtung. An anderen Systemen wie dem Spurassistent, zusätzlichen Lenkhilfen und der Weiterentwicklung des HCQ Navigators arbeiten die Entwickler in Tirschenreuth bereits.

Weitere Informationen: www.hamm.eu

12.05.2017