Betonpflastersteine mit bitumenhaltigem Fugen- und Bettungsmaterial

Im Rahmen der Umsetzung des „Integrierten Handlungskonzeptes“ (InHK) und der Aufwertung des Ortskerns von Nümbrecht sollte auch der Dorfplatz neu gestaltet werden. Ziel dieser Baumaßnahme war es, die Freiflächen und Aufenthaltsräume um den Dorfplatz gestalterisch aufzuwerten und somit eine höhere Aufenthaltsqualität für die Nutzer des Platzes zu erreichen. Das Gestaltungs- und Oberflächenkonzept sollte dabei in Anlehnung an die Hauptstraße weitergeführt werden. Vorgesehen war es, als Anziehungspunkt auf der zentral gelegenen Fläche ein etwas höher gelegenes Plateau mit integriertem Fontänenfeld anzulegen.

Da sich die Sonderbauweise unter ähnlichen Bedingungen bereits bewährt hatte, griffen die Planer auch bei dieser Maßnahme darauf

Neben gestalterischen Aspekten bestand die Besonderheit dieses Projektes vor allem in der Unterbauung des größten Teils des Dorfplatzes. Die meisten Flächen dieser Baumaßnahme befinden sich auf einer Geschossdecke der tiefer liegenden Gebäudeteile. Somit war für die Pflasterdecke nur eine Aufbauhöhe von maximal 15 cm über den unterbauten Flächen möglich. Ein konventioneller Aufbau der Tragschichten war somit nicht möglich. Die geringe Dimensionierung sowie Verwerfungen des  Bettungsmaterials durch Eintrag von Regenwasser waren ein Grund dafür, dass die alte Pflasterfläche des Dorfplatzes Schaden genommen hatte.
Die Wahl für eine langlebige und zugleich attraktive Befestigung des Dorfplatzes fiel auf eine Befestigung mit Betonpflastersteinen im Format 21 x 14 x 10 cm (Basalit Plus) mit einem Natursteinvorsatz sowie einer speziellen Fugentechnik mit allseitiger Verschiebesicherung. Da sich unter ähnlichen Bedingungen bereits die Sonderbauweise mit dem Material ECOPREC® bewährt hatte, griff man auch bei dieser Maßnahme darauf zurück.

Gesamtaufbau von nur 13 cm
Dabei handelt es sich um ein bitumenhaltiges Fugen- und Bettungsmaterial,  das auf die Tragschicht im Heiß- oder Kalteinbau aufgetragen wird. Die Wasserdurchlässigkeit der Tragschicht kann im Sanierungsfall vernachlässigt werden. Auch wasserundurchlässige Tragschichten können beibehalten werden, sofern diese tragfähig und eben sind. Bei der gewählten ECOPREC®-Cold-Variante wird das Schüttgut erkaltet und rieselfähig angeliefert, der Einbau erfolgt wie bei einer herkömmlichen Splittbettung. Der Vorteil dieser Bauweise lag in dem Fall darin, dass man mit einem Gesamtaufbau von 13 cm auskam. Auf der Stahlbetondecke des unter dem Dorfplatz liegenden Gebäudes befindet sich eine ca. 10–15 cm dicke ebene Betonschutzschicht. Direkt darauf konnte eine 3 cm starke Bettung aufgebracht werden, auf der das 10 cm dicke Pflaster zum Liegen kam. Wasserableitende Tragschichten sind bei diesem Verfahren nicht erforderlich, da das Fugen- und Bettungsmaterial nahezu wasserundurchlässig ist. Auftretendes Niederschlagswasser wird daher oberflächlich abgeführt. Die üblichen Probleme, die man von Pflasterflächen kennt, bei denen unter Frosteinfluss aufgrund von Wassereinlagerungen Flächen aufplatzen, entfallen also.

Immobilisierung des Bettungsmaterials
Besonders wichtig war dem Planer eine einwandfreie Fugenfüllung. Vor Abnahme der Maßnahme wurde die Fugendichte mit einer Fugensonde kontrolliert, denn nur wenn die Fugen ordnungsgemäß mit dem Material verfüllt sind, können diese ihre Funktion als elastischer Puffer zwischen den Steinen wahrnehmen und somit eine dauerhaft gute Stabilität der Fläche bieten. Die Immobilisierung des flexibelgebundenen Bettungsmaterials führt zu einer Minimierung des Schadenspotenzials.
Die Eigenschaften des Materials bieten darüber hinaus bei diesem Projekt noch einen angenehmen Nebeneffekt: Dank der Dichtheit wird die darunterliegende Geschossdecke vor Feuchtigkeit geschützt. Die vormals immer wieder aufgetretenen Probleme mit Wassereintritten dürften damit der Vergangenheit angehören.

Weitere Informationen: www.sf-kooperation.de

30.07.2019