Betonsanierung im Rekordtempo am Heidelberger Kreuz

Für die schnelle, aber dennoch hochwertige Instandsetzung defekter Verkehrsflächen aus Beton bietet sich der Einsatz von Hochleistungsgbeton an. Ein bewährtes Produkt ist der Schnellbeton SB20 der Possehl Spezialbau GmbH. Weil das Material sich auch für Flächen mit starkem Gefälle eignet, wurde der SB20 bei der Sanierung einer viel befahrenen Überleitung im Heidelberger Kreuz im Mai 2017 verwendet. Dort hat ein Team des Unternehmens in 16 Nächten insgesamt 15 Einzelplatten mit einer Gesamtfläche von 600 m² instand gesetzt. Dabei betrug das Gefälle der Fahrbahn partiell bis zu 8,5 %.

Von der mobilen Mischanlage wird der Schnellbeton SB20 chargenweise ein-gebracht und frisch in frisch verarbeitet, so dass eine homogene Fläche entsteht (Fotos: Possehl Spezialbau GmbH)

Die Betonfahrbahn auf der Überleitung von der A 5 zur A 656 wies Risse, Kantenschäden und viele mit Asphalt aufgefüllte Flickstellen auf. Kein Wunder, denn das Heidelberger Kreuz ist mit durchschnittlich knapp 80.000 Fahrzeugen am Tag einer der höchst belasteten Autobahnabschnitte in Deutschland. Um dort die Fahrbahn bei minimaler Verkehrsbehinderung instand zu setzen, beauftragte die Autobahnmeisterei Mannheim die Possehl Spezialbau GmbH mit dem Einbau des Schnellbetons SB20.


Sanierung bei Nacht
Vor allem aufgrund des engen Kurvenradius kam eine halbseitige Fahrbahnsperrung nicht in Frage. Eine langfristige Vollsperrung – zum Beispiel aufgrund der konventionellen Erneuerung der Strecke – stand wegen der hohen Verkehrsbelastung ebenfalls nicht zur Diskussion. Unter Einbeziehung der volkswirtschaftlichen Schäden, die bei Staus entstehen, war die Sanierung mit dem Schnellbeton SB20 eine äußerst wirtschaftliche Lösung. So hat sich die Autobahnmeisterei Mannheim für die Kurzzeitsperrung der Überleitung von 20–6 Uhr entschieden.

Gefälle von 8,5 % möglichDer Einsatz war technisch herausfordernd. Zum einen wegen der Fahrbahngeometrie, denn die Abfahrt weist ein Gefälle von 8,5 % in zwei Richtungen mit entsprechender Verwindung auf. Daher war ein Beton gefordert, der sich an die Nachbarplatten anpasst und dank einer hohen Anfangssteifigkeit in der vorgegebenen Form verbleibt. Zum anderen musste die 28 cm dicke Betondecke die Anforderungen an die Bauklasse SV bzw. Belastungsklasse Bk100 erfüllen. Und nicht zuletzt sollte der Verkehr ab 6 Uhr den frisch eingebauten Beton befahren können.

Belastbar schon nach 2 Stunden
Der Schnellbeton SB20 – eine Entwicklung der Possehl-Tochtergesellschaft Pagel Spezialbeton – härtet extrem schnell aus, so dass Verkehrsflächen im Normalfall nach nur 2 Stunden Abbindezeit wieder voll genutzt werden önnen. Üblicherweise beträgt die Druckfestigkeit dann bereits 20 N/mm². Die Endfestigkeit von über 60 N/mm² wird nach ca. 28 Tagen erreicht. Außerdem ist der Baustoff schon nach 12 Stunden
beständig gegen Frost und Tausalz gemäß CDF-/CIF-Prüfverfahren. Und nicht zuletzt hat der SB20 Ende März 2017 als erster 2-h-Schnellbeton die AKR-Performance- Prüfung bestanden.

Verwendung auch in der Industrie
Der SB20 ist seit 2010 auf dem Markt. Possehl Spezialbau hat damit bereits zahlreiche Straßen, Flugbetriebsflächen sowie Innenund Außenflächen in verschiedensten Industrieanlagen saniert. Betondecken bis zu einer Dicke von 40 cm können damit in einer Lage hergestellt werden. Zusätzlich sind auch Oberflächen in Waschbetonoptik oder farbliche Anpassungen an den Altbestand möglich.

Mobile Mischanlage mit Zwangsmischer
Bei Betonsanierungen wie am Heidelberger Kreuz stellt das eingespielte, gut geschulte Team von Possehl Spezialbau den SB20 auf der Baustelle in einer eigenen mobilen Mischanlage mit Zwangsmischer her. Auf der Überleitung von der A 5 zur A 656 wurde wegen des großen Gefälles außerdem eine Bewehrung eingebaut. Anschließend wurde das Material auf der vorbereiteten Fläche eingebracht und verdichtet. Die Parameter für den Mischprozess werden entsprechend der Witterungsbedingungen vor Ort eingestellt. Die präzise Dosierung der Komponenten erfolgt bei den Mischanlagen über computergesteuerte Wiegezellen. Außerdem
wird das Wasser vortemperiert, um die chemischen Prozesse beim Abbinden zu aktivieren. Das ermöglicht es, auch bei geringen Temperaturen zu betonieren.

Verkehrsfreigabe gesichert
Das weitere Prozedere, d. h. Oberfläche abziehen, Besenstrich herstellen, Nachbehandlungsmittel aufbringen, Fugen säubern und vergießen entspricht dem Handeinbau von herkömmlichem Beton. Pro Nachtschicht wurden auf diese Weise ca. 50 m² bzw. 15 m³ Fahrbahnbeton saniert.

Weitere Informationen: www.possehl-spezialbau.de

2.10.2017