Erschließung des Neubaugebietes in Worms-Pfeddersheim

An der Johann-Braun-Straße werden im Rahmen der Erschließung von der Bender Bau GmbH im Auftrag des Erschließungsträgers SFB Projekt GmbH & Co. KG rund 750 m HS-Schmutzwasserrohre DN/OD 250 - 315 sowie 650 m HSRegenwasserrohre DN/OD 315 - 710 der Funke Kunststoffe GmbH verlegt.

Verlegt werden HSSchmutzwasserrohre DN/OD 250 – 315 und 650 m HS-Regenwasserrohre DN/OD 315 – 710

Darüber hinaus dienen rund 2.000 D-Raintanks der Regenwassersammlung und anschließenden gedrosselten Versickerung des Wassers vor Ort. Zudem sammeln zwei FABEKUN-Spülschächte DN 1200 auch kleine Niederschlagsmengen, um diese schließlich schwallartig in den angeschlossenen Kanal abzugeben und ihn auf diese Weise zu reinigen. Im April 2016 rückten die Bagger und Abbruchmaschinen auf dem 3,4 Hektar großen Grundstück an. Die Gebäude und  Hallen eines ehemaligen Bundeswehrdepots wurden abgebrochen, 15.000 m2 versiegelte Betonfläche beseitigt und 15.000 t Erdmaterial abgefahren. Rund 10.000 m3 Betonrecycling konnten als Auffüllboden in den Kanalgräben und als Dämmschüttung im Straßenbau wiederverwendet werden. Das abgetragene  Erdmaterial ist die Hinterlassenschaft einer ehemaligen Konservenfabrik, die sich auf dem Gelände befand, oder es stammt aus dem Bereich der Wasch- und Reparaturhalle der Bundeswehr. Der Boden wurde zu diesem Zweck in Teilbereichen bis zu einer Tiefe von 1,5 m abgetragen.

Langlebig und einfach zu handhaben
Nach den Vorarbeiten begann im Juni 2017 die Verlegung der HS-Kanalrohre (12 kN/m2 nach ISO 9969), die zur besseren Unterscheidung verschieden eingefärbt sind; auf diese Weise sind die blauen Regen- und braunen Schmutzwasserrohre (Bi auch noch nach vielen Jahren eindeutig voneinander zu unterscheiden. Die Rohre aus PVC-U wurden speziell für Tiefbauaufgaben entwickelt, bei denen es auf eine hohe Ring- und Längsbiegesteifigkeit ankommt. Außerdem gelten sie als besonders langlebig: Die durchschnittliche Nutzungsdauer unserer wandverstärkten und wurzeldichten Vollwandrohre beträgt laut Herstellerangaben bis zu 80 Jahre, was von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) bestätigt wird.
Die glattendigen verlegten Rohre werden mittels Doppelmuffen mit innenliegendem Steg sicher verbunden. Aufgrund ihres vergleichsweise geringen Gewichts seien die Rohre auf der Baustelle leicht zu handhaben, was zu einem schnellen Baufortschritt beitrage. Außerdem sorge eine große Auswahl an Formstücken dafür, dass für jede Herausforderung die passende Lösung zur Verfügung stehe. In die Bauteile des HS-Kanalrohrsystems sind die FE-Dichtungen fest eingelegt und können bei der Verlegung auf der Baustelle nicht herausgedrückt oder vergessen werden. Ihre Dichtigkeit weisen die Rohrverbindungen gemäß DIN EN 1277 nach. Sowohl für -0,3 bar Luftunterdruck als auch für einen erhöhten Wasserinnendruck von 2,5 bar ist die Dichtigkeit der HS-Rohrverbindungen durch ein unabhängiges Institut nachgewiesen worden. Die gute Hydraulik und die absatzfreien Verbindungen fördern eine sichere Wasserableitung, was  angesichts des geringen Längsgefälles vor Ort ein weiterer Vorteil ist.
Dass es zu keinen Ablagerungen in den Rohren und damit zu eventuellen Verstopfungen und Geruchsbelästigungen oder sogar Beschädigungen der Rohre kommt, sollen die FABEKUN-Spülschächte beitragen, die beim Neubau der Kanäle in das Schachtbauwerk integriert werden. Die beiden Spülschächte sammeln kleinere Niederschlagsmengen und sobald ein Speichervolumen von ca. 600 l Regenwasser erreicht ist, wird ein Mechanismus ausgelöst, der dafür sorgt, dass das gesamte angestaute Wasser in einem kräftigen Schwall in den angeschlossenen Kanal schießt und diesen reinigt.

D-Raintanks für die variable Regenwasserbewirtschaftung
Obwohl der Erschließungsträger in Pfeddersheim besonderes Augenmerk auf den Erhalt der Grünflächen legt, sind versiegelte Flächen nicht zu vermeiden, etwa durch den Bau von Straßen, asphaltierten Wegen und Plätzen oder auch durch den Bau der Einfamilienhäuser selbst. Das hat zur Folge, dass auf diesen Flächen weniger oder kein Regenwasser versickern kann. Abhilfe schaffen die ca. 2.000 D-Raintanks. Die aus widerstandsfähigem Kunststoff gefertigten Elemente mit einem Volumen von je 272 l, die im Baukastensystem aneinandergefügt werden, haben sich in der Praxis zum unterirdischen Wasserrückhalt und zur Versickerung bewährt. Sie zeichnen sich durch eine hohe Speicherfähigkeit (95 % des Gesamtvolumens), minimalen Wartungsaufwand und variable  Verlegemöglichkeiten aus. So wurden vor der Verlegung mit einem EDV-gestützten Dimensionierungsprogramm die Raumnutzung und das erforderliche Speichervolumen berechnet. Bei der Verlegung werden die L810/B840/H400 großen Elemente mit einem Geotextil umschlossen; so entstehen auf dem 3,4 Hektar großen Grundstück auf platzsparende und gleichzeitig effektive Weise Regenwasser-Stauräume, in denen das Niederschlagswasser zunächst aufgenommen und anschließend verzögert im Boden versickert oder weitergeleitet wird. 

24.05.2018