Fahrzeug-Rückhaltesysteme auf Brückenbauwerken – Eine komplexe Thematik?

Am 25. September 2019 fand nach den Jahren 2017 und 2018 zum dritten Mal im Tagungszentrum Schloss Montabaur das von der Fördergemeinschaft der Vereinigung der Straßen- und Verkehrsingenieure Rheinland-Pfalz/Saarland (FGVSVI) beauftragte und geförderte und vom Unternehmen VOLKMANN & ROSSBACH organisierte VSVI-Seminar statt.

Tagungsort war Schloss Montabaur

Aus ganz Deutschland angereiste Teilnehmer
Über 210 Teilnehmer aus der Straßen- und Verkehrsverwaltung auf Kommunal- und Landesebene sowie von Ingenieurbüros und Baufirmen folgten mit großem Interesse
den Vorträgen. Die Begrüßung aller Gäste erfolgte durch die Bürgermeisterin der Stadt Montabaur, Gabriele Wieland, die auch Sprecherin des Ausschusses Wirtschaft und Verkehr der CDU-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz ist.

Schutzeinrichtungen auf Brücken
Dipl.-Ing. Janine Kübler, Leiterin des Referats V4 – Straßenausstattung in der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) referierte über die technischen Kriterien, die technische Übersichtsliste für Fahrzeug-Rückhaltesysteme und die Einsatzempfehlungen für FRS mit umfangreichen Regelungen zu Schutzeinrichtungen auf Brücken. Sie betonte dabei, dass die Einsatzempfehlungen umfassende Hilfestellungen und auch Beispiellösungen enthalten.

Fahrzeug-Rückhaltesysteme auf Bauwerken regelkonform planen und ausführen
Mit zahlreichen Beispielen gab Dipl.-Ing. Heike Becker vom Ingenieurbüro Einfeldt und Partner einen Überblick zur Planung von Fahrzeug- Rückhaltesystemen auf  Bauwerken. Alle möglichen Randbedingungen müssen ermittelt und ein Planungssystem zugrunde gelegt werden, statische Nachweise zur Bestimmung der Lasten bei  inem Fahrzeugaufprall sind erforderlich. Zu prüfen ist anhand von Einbauanleitungen, ob das Planungssystem Randbedingungen erfüllt, die sich aus dem Umfeld ergeben. Eine frühzeitige Abstimmung der einzelnen Gewerke ist erforderlich und Abweichungen vom Regelwerk sind zu dokumentieren.

Praxis-Beispiele für den Einsatz von Fahrzeug-Rückhaltesystemen
Dipl.-Ing. Markus Gerhards vom Landesbetrieb Mobilität RLP stellte die Aufgaben des Autobahnamtes Montabaur vor und beschrieb den Planungsablauf bei der Instandsetzung und Erneuerung der Brückenbauwerke, gefolgt von Praxisbeispielen. Was in den Vorschriften steht, wie es in der Praxis umgesetzt wird oder auch nicht, zeigte Dipl.-Ing. Jürgen Krämer von der Autobahnniederlassung Hamm vom Landesbetrieb Straßenbau NRW anhand von zehn Fallbeispielen an Autobahnen in Westfalen mit der Empfehlung, bereits frühzeitig die Fahrzeug-Rückhaltesysteme „durchzuplanen“. Dipl.-Ing. Christoph Müller von der DEGES Berlin beschrieb diverse Einsatzfälle von Fahrzeug-Rückhaltesystemen auf Bauwerken und im Umfeld von Ingenieurbauwerken, unter anderem in Tunnelvorfeldern und auf Behelfsbrücken.

Aktuelle Rechtsentwicklung
Über die aktuelle Rechtsentwicklung im Zusammenhang mit Fahrzeug-Rückhaltesystemen bei Straßenbauprojekten sprach Dr. Matthias Krist von KD Krist Deller & Partner aus Koblenz. Er ging der Frage nach, ob „Investitionshochlauf“ und Vergaberecht ein Widerspruch in sich ist und zeigte vergaberechtliche Instrumente und Grenzen der Beschleunigung von Vergabeverfahren mit Konsequenzen für die Vergabepraxis und die Bieterseite. Save the Date: Das 4. VSVI-Seminar fi ndet am 30. September 2020 im Schloss Montabaur statt.

Weitere Informationen: www.volkmann-rossbach.de

 

 

26.11.2019