Pflasterbauweise

Stabiler Pflasterbelag durch Bitumenbettung

Die Kreuzung wurde mit dem Pflastersystem VS5 saniert – der

Wie befestigt man eine vom Verkehr stark belastete Ortsdurchfahrt neu, wenn diese nicht nur technischen, sondern auch optischen Ansprüchen genügen soll? Reine Asphaltflächen sind technisch durchaus praktikabel, optisch jedoch wenig reizvoll. Herkömmlich gepflasterte Flächen sehen zwar oft besser aus, sind aber aufgrund ihrer mangelnden Verbundwirkung nicht immer geeignet, alle anfallenden Verkehrsbelastungen aufzunehmen. Viele klassische Verbundpflaster wiederum passen optisch nicht in jeden Ortskern. Eine gute Lösung für diese Fragestellung fand die Stadt Tübingen für die Neugestaltung der Ortsmitte im Stadtteil Hagelloch. Hier wurde Ende 2019 der Kreuzungsbereich zwischen Rathaus und evangelischer Kirche auf eine Art und Weise saniert, die sowohl funktional als auch gestalterisch überzeugt.

Hochbelasteter Kreuzungsbereich
Hagelloch liegt etwa drei Kilometer nordwestlich des Stadtkerns von Tübingen. Es ist ein beliebter Ausgangs- und Zielpunkt für Aktivitäten im nahegelegenen Naturpark
Schönbuch. Der Asphaltbelag des in der Ortsmitte liegenden Kreuzungsbereichs zwischen Kirche und Rathaus war wegen der starken Verkehrsbelastung sichtlich in die Jahre gekommen. Neben schweren Lkw, mit denen Holz aus dem Naturpark Schönbuch abtransportiert wird, befahren die Kreuzung pro Tag ca. 60 schwere Gelenkbusse. Aufgrund der sehr hohen Schub- und Scherkräfte, die dort auf die Fahrbahn einwirken, suchten die Stadtplaner nach einer Befestigungsmöglichkeit, die vor allem funktional den hohen Anforderungen gewachsen ist. Asphalt wurde aus optischen Gründen von Anfang an ausgeschlossen. Pflaster mit fünfseitiger Verschiebesicherung Die Wahl für die insgesamt ca. 2.500 m² großen Flächen inkl. Gehwege fiel auf den Betonpflasterbelag Spirell VS5 aus dem Hause braun-steine. Hierbei handelt es sich um einen Stein mit einer fünfseitigen Verschiebesicherung. Seine Rundumverzahnung und die gekerbte Unterseite sorgen dafür, dass es auch bei stark beanspruchten Flächen nicht zu Verschiebungen von Steinen kommt. Besonderer Wert wurde auf das Bettungs- und Fugenmaterial der ca. 450 m² großen Fahrbahnfläche gelegt. In der Vergangenheit traten immer wieder Probleme mit ausgewaschenen Fugen auf. Eine entleerte Fuge kann die Pufferfunktion zwischen den Steinen nicht mehr erfüllen, sodass es zwangsläufig zu Schäden in der Fläche kommt. Deshalb entschied man sich in Hagelloch für eine Sonderbauweise mit dem Bettungs- und Fugenmaterial ECOPREC.

Sonderbauweise mit Bitumenbettung
Das bitumenhaltige Fugen- und Bettungsmaterial wird auf die Tragschicht im Heiß- oder Kalteinbau aufgetragen. In Hagelloch wurde die Kalt-Variante zur Ausführung gebracht. Das Schüttgut wird hierbei erkaltet und rieselfähig angeliefert und der Einbau erfolgt wie bei einer herkömmlichen Splittbettung. Zwei Produkteigenschaften bildeten den entscheidenden Vorteil. Das bituminöse Material sorgt für eine stabile Fuge, sodass ein Auswaschen der Fuge verhindert wird. Außerdem ist ECOPREC nahezu wasserundurchlässig. Schäden durch eindringendes Wasser sowie Frostschäden sind nicht zu befürchten, weil das Niederschlagswasser oberflächlich abgeführt wird.

Diagonalverlegung im Fischgrätverband
Eingebaut wurden die VS5-Pflastersteine von der Firma Roland Berger im Auftrag von Bercher & Malejko, Pflasterbau aus Metzingen. Um noch eine bessere Verschubsicherung zu erzielen, verlegte man die Steine auf der Fahrbahn im Format 30 x 15 cm mit einer Steindicke von 12,8 cm diagonal im Fischgrätverband. Auch gestalterisch macht die  sanierte Fläche nun einiges her, weil sich das Tiefbauamt passend zum Charakter des Ortskerns für die Sonderfarbe Melaphyr Forte – einem Muschelkalk ähnlichen Farbton –  entschieden hat. Der Ortsmittelpunkt wird so zusätzlich farblich betont.

Weitere Informationen: www.sf-kooperation.de

3.07.2020