Pflasterbauweise

Drei Fliegen mit einer Klappe

Pkw, Radfahrer und Fußgänger können sich auf der durchgängigen Pflasterfläche sicher bewegen (Foto: Einstein Fugentechnik)

Bei der Sanierung oder der Erschließung von Wohnstraßen haben Planer in der Regel zwei gegensätzliche Ziele zu verfolgen: Einerseits sollen die Flächen in der Lage sein, die erwarteten Verkehrsbelastungen aufzunehmen, ohne dass es zu Verschiebungen kommt. Andererseits ist es gewünscht, dass Wohnstraßen den Anwohnern und Besuchern eine attraktive Aufenthaltsqualität bieten. Beide Aspekte – Design und Technik – stellen jedoch häufig einen Widerspruch dar. Reine Asphaltflächen sind zwar technisch durchaus praktikabel, optisch jedoch nicht immer reizvoll. Gepflasterte Flächen dagegen bringen mehr Atmosphäre, sind aber aufgrund ihrer oft mangelnden Verbundwirkung nicht immer geeignet, alle anfallenden Verkehrsbelastungen aufzunehmen. Ein dritter Aspekt ist der Umgang mit dem Regenwasser. Immer mehr Kommunen setzen versickerungsfähige Pflasterbeläge ein, um Niederschläge ortsnah zu versickern. Die hessische Stadt Kelsterbach hat für die Erschließung eines Neubaugebietes eine Lösung gefunden, die die Anforderungen an die Technik, an die Optik und an den Umgang mit den Niederschlägen gleichermaßen erfüllt.

Optisch einheitlich wirkender Fahrbahnbelag
Auf einem insgesamt 28 Hektar großen Areal entstehen dort 350 Gebäude für mehr als 2.000 Menschen. Als die Planungen für den Endausbau der Straßen begannen, standen die Verantwortlichen der Stadt vor der Frage, welches Material sich am besten für die Befestigung des ca. 9.000 qm umfassenden Straßenraumes eignet. Aus optischen Gründen schied Asphalt für die Anliegerstraßen aus. Lediglich eine Sammelstraße wurde im Fahrbahnbereich mit Asphalt ausgebaut, die beidseitigen Gehwege jedoch in Pflasterbauweise. Die restlichen Straßen im Wohngebiet werden als Mischverkehrsflächen genutzt. Um den gesamten Raum großzügig wirken zu lassen, suchte man einen optisch einheitlich wirkenden Belag für Fahrbahn, Gehwege und den ruhenden Verkehr. Pkw, Radfahrer und Fußgänger sollen sich hier sicher auf einer durchgängigen Pflasterfläche bewegen können. Belastet werden die Flächen durch den üblichen Anwohnerverkehr, aber auch durch Müllfahrzeuge und schwerere Baufahrzeuge, die noch abschließende Arbeiten im Baugebiet zu erledigen haben. Deshalb spielte auch das Thema Belastungsfähigkeit eine wichtige Rolle.

Hohe Stabilität und attraktives Oberflächendesign
Für die Fahrbahnen fiel die Entscheidung auf das Pflastersystem CombiStabil aus der Einstein-Pflasterfamilie, produziert von Beton Pfenning. Das System verfügt über eine spezielle Verbundtechnologie, die dazu führt, dass es auch im Falle einer Pressverlegung der Steine höchstens zu einer punktuellen, minimalen Berührung an den Steinunterkanten kommt. Anders als bei vielen anderen Verbundpflastern mit Abstandhalter- oder Verbundelementen bleibt deshalb der Anteil der Fläche, an dem sich  ie Steine berühren, sehr gering. Das Pflaster ermöglicht eine Flächenbefestigung mit hoher Stabilität und attraktivem Oberflächendesign. Verantwortlich für die Belastbarkeit dieses Materials sind Verbundelemente an den Steinen, die dafür sorgen, dass die zur Aufnahme von Verkehrsbelastungen notwendige Fuge bzw. der  Fugenraum  stets eingehalten wird. Eine optimale Kraftübertragung zwischen den Steinen ist somit gegeben. Um auf Nummer Sicher zu gehen, wurden die Steine im Format 18 x 30 x 10 cm im Ellenbogenverband verlegt, was auch optisch gut wirkt und zusätzliche Stabilität liefert.

Versickerungsfähiger Pflasterbelag für den ruhenden Verkehr
Für den ruhenden Verkehr suchte man einen Pflasterbelag, der optisch zum Material der Fahrbahnen passt und ebenso den Anforderungen an die Belastbarkeit gerecht wird. Gleichzeitig war hier aber auch ein Belag gewünscht, der eine ortsnahe Versickerung der anfallenden Niederschläge ermöglicht. Für diesen Anwendungsfall haben sich die Planer für das Produkt HydroStabil entschieden. Dieses Pflastersystem vereint die Eigenschaften des CombiStabil-Systems in puncto Belastbarkeit mit den Eigenschaften eines versickerungsfähigen Belages. Es verfügt sowohl über die Verbundtechnologie als auch über Wasserspeicher-Kammern, die an den Kopfseiten der Steine angeordnet sind. Hier wird im Falle eines ergiebigen Regengusses das einlaufende Oberflächenwasser vorgespeichert und danach zügig an Ober- und Unterbau weitergeleitet.
Mit diesem Material konnten die gesamten Parkbuchten nicht nur ausreichend stabil, sondern auch optisch ansprechend und nach ökologischen Gesichtspunkten befestigt werden. Dank des versickerungsfähigen Pflasterbelages und eines ausgeklügelten Systems aus Rinnen und Rigolen konnte im gesamten Baugebiet auf einen Anschluss an einen Regenwasserkanal verzichtet werden.

Weitere Informationen: www.einstein-pflaster.de

3.03.2020