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Präzisionsarbeit ersetzt Komplettsanierung

Fahrbahnanhebung auf einer Bundesstraße mit Injektionsverfahren

Mobiles Lasermonitoring während der Injektionsarbeiten; im Hintergrund steht das Uretek-Einsatzfahrzeug

Schaukelnde Betonfahrbahnplatten auf einer Bundesstraße alarmierten die Landesstraßenbaubehörde Nordrhein-Westfalen. Nach Untersuchungen wurde dann umgehend eine Temporeduzierung vorgenommen. Eine Gefährdung des laufenden Verkehrs sollte unbedingt verhindert werden. Die Injektion von Expansionsharzen unter die Betonfahrbahn schaffte das Problem schnell aus der Welt. Auf der Bundesstraße 8n im Düsseldorfer Norden wurden erhebliche Plattenbewegungen beim Überfahren von Schwerlastverkehr festgestellt. Es konnte ein deutliches Aufschaukeln der Platten sowie starke Reifenabriebspuren verzeichnet werden. Der Schadensbereich wurde durch den Landesbetrieb Straßenbau NRW mit Hilfe eines Planographen abgefahren, um die Unebenheiten und Versätze der Betonplatten zu dokumentieren. Dabei wurden Setzungen einzelner Platten im Mittel bis zu 50 mm gemessen. Aufgrund der resultierenden Verkehrsgefahr wurde die Höchstgeschwindigkeit im Schadensbereich von 100 km/h auf 60 km/h reduziert. 

Ausspülungen sorgen für Setzungen

Laut vorliegender Baubeschreibung erfolgte der Straßenaufbau in Betonbauweise (Bauklasse SV). Die Betondecke (B35) wurde vermutlich mit Querscheinfugen (inkl. Verdübelungen) ausgeführt. Untersuchungen ergaben, dass die Drainage stark verwurzelt war. Dies führte dann zu einem unkontrollierten Wassereintrag in den Baugrund. Die Folge: Ausspülungen und Umlagerungen im Unterbau sowie eine starke Konsistenzverschlechterung des natürlich anstehenden Untergrunds.

Abwägung der Sanierungsmöglichkeiten

Da dieser Streckenabschnitt stark befahren ist, kam eine Sanierung mittels konventionellem Ausbrechen und Neueinbauen der Betonfahrbahnplatten nicht in Frage. Aus der erfolgreichen Zusammenarbeit bei verschiedenen anderen Straßensanierungsprojekten fiel dem Projektverantwortlichen aus der Regionalniederlassung Niederrhein das Uretek-Verfahren ein. Dabei werden durch die Injektion von Expansionsharzen direkt unter die Betonfahrbahnplatten eventuell vorhandene Hohlräume aufgefüllt und abgesackte Betonplatten auf die ursprüngliche Höhe angehoben. Nach einem Ortstermin mit den Technischen Beratern von Uretek fiel dann die Entscheidung für das weltweit patentierte Injektionsverfahren.

Wirtschaftliche Lösung

An einem Wochenende mit geringer Verkehrserwartung ging dann die Sanierung des Bundesstraßenabschnitts über die Bühne. In die Betonplatten wurden Löcher Ø 12-16 mm gebohrt. In diese Bohrlöcher wurden Injektionslanzen eingesetzt, durch die das Zweikomponenten-Expansionsharz unter geringem, kontrolliertem Druck injiziert wurde. Durch eine sekundenschnelle Reaktion entfaltet das Harzsystem seine kontrollierte Expansionswirkung. Hohlräume werden aufgefüllt und der Untergrund verdichtet. Durch dosierte Injektionen und die frei werdende Expansionskraft (bis zu 500 kN/m²) wurden die abgesackten Betonfahrbahnplatten millimetergenau angehoben und die Fugenbereiche stabilisiert.

Weitere Informationen: www.uretek.de

 

22.02.2017