Handbuch Lärmschutz
Asphalt im Straßenbau 1950

Tunnelzufahrt in Limburg erhält Fahrbahnteiler aus Flachbordsteinen

Statt die Borde herkömmlich im Boden zu versetzen, wurden diese mit einer speziellen Klebetechnik auf der Fahrbahn verklebt

Auf 11 cm Höhe abgeschnittene Flachbordsteine lassen sich nachträglich schnell und einfach auf die Asphaltfläche aufbringen und erfüllen die gestellten Anforderungen an die Fahrbahnteilung und Verkehrsleitwirkung in idealer Weise (Fotos: Hermann MEUDT Betonsteinwerk GmbH)

Der Schiedetunnel in Limburg an der Lahn, durch den die Bundesstraßen 8 (Köln-Frankfurt) und 417 (Nassau-Wiesbaden) verlaufen, wird täglich von etwa 30.000 Fahrzeugen durchquert. Er ist 245 m lang und verfügt über vier Fahrstreifen sowie baulich getrennte Richtungsfahrbahnen. Über viele Jahre - die letzte umfassende Sanierung des Tunnels erfolgte im Jahre 2009 - dienten Leitschwellen aus Kunststoff auf der Tunnelzufahrt als Fahrbahnteiler. Über die Jahre waren die alten aus Kunststoffborden angelegten Fahrbahnteiler sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden, denn immer wieder kam es in der Vergangenheit dazu, dass diese durch illegal abbiegende oder auch einfach nur unvorsichtige Fahrzeuge überfahren wurden. Da diese Leitschwellen lediglich auf die Fahrbahn gedübelt waren, wurden sie durch die Verkehrslast immer wieder herausgerissen. Die Folge waren andauernde aufwändige und kostspielige Reparaturen und Nachbesserungen dieser Fahrbahnteiler.

Aufgeklebte Doppelbordanlage
Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, suchten die Planer vom Bauamt Dillenburg im Sommer 2016 nach einer dauerhafteren Lösung für diese Anwendung. Im Fokus stand dabei sowohl die Stabilität als auch die Verkehrsleitwirkung der neuen Fahrbahnteiler. Fündig wurde man bei einer Doppelbordanlage, die aus aufgeklebten Flachbordsteinen aus dem Betonsteinwerk Meudt aus Wallmerod besteht. Der Fahrbahnteiler ergibt sich aus zwei "Rücken an Rücken" geklebten Flachbordsteinen im Format FB 20 x 25 cm in der Länge von jeweils einem Meter. Statt die Borde herkömmlich im Boden zu versetzen, wurden diese mit einer speziellen Klebetechnik auf der Fahrbahn verklebt.
Hierfür wurden alle Borde bereits im Betonwerk auf eine exakt gleiche Bedarfshöhe von 11 cm geschnitten. Nach Reinigung der Fahrbahn wurde in einem Dünnbettklebeverfahren 2-K-Kunststoff auf der Asphalt- oder Betonfahrbahn aufgebracht und die Bordsteine mit der geschnittenen Seite verklebt. Durch den werkseitigen Schneideprozess werden die sonst üblichen fertigungsbedingten Höhenschwankungen bei den Bordsteinen eliminiert und damit die Steine für die Verklebung sozusagen kalibriert. Maßtoleranzen sind damit nahezu ausgeschlossen.

Weiße Flachbordsteine bieten sehr gute Verkehrsleitwirkung
Die Bordsteinlösung bietet aber noch weitere Vorteile: Eine wichtige Aufgabe von Fahrbahnteilern ist auch deren Verkehrsleitwirkung. Die mit einem Weißbetonvorsatz versehene und zusätzlich mit weißer Acryl-Farbe beschichtete Oberfläche der an der Tunnelzufahrt verbauten Flachborde sorgt für eine deutlich bessere Wahrnehmbarkeit im Vergleich zu den alten vorher verbauten Leitschwellen. Auf diese Weise wird Verkehrsteilnehmern deutlich und rechtzeitig die veränderte Verkehrssituation angezeigt. Mit der auffälligen Optik erreicht man mit den hellen Flachbordsteinen eine sehr gute Verkehrsleitwirkung und obendrein wirkt der gesamte Straßenraum damit auch optisch sehr klar und ansprechend. Um die einseitig geneigte Fahrbahn optimal zu entwässern wurden die Bordsteinstöße mit ca. 10 cm Lücke ausgebildet. Durch diese gelangt das anfallende Oberflächenwasser problemlos hindurch.

Weitere Informationen: www.meudt-betonsteinwerk.de

23.06.2017