Turbo-Kreisverkehr mit drei Bypässen

Um den Verkehr an Knotenpunkten flüssig laufen zu lassen, setzen Straßenplaner als Alternative zu lichtsignalgesteuerten Anlagen gerne auf den Bau sogenannter Kreisverkehrsplätze. Diese weisen in der Regel eine hohe Durchlassgeschwindigkeit auf und bieten gleichzeitig aufgrund der niedrigen Geschwindigkeit der durchfahrenden Fahrzeuge und auch durch die bessere Übersichtlichkeit eine höhere Verkehrssicherheit. Bei Kreisverkehren mit besonders hohem Verkehrsaufkommen bilden Planer heute mithilfe so genannter Bypässe abgetrennte Spuren aus, mit deren Hilfe der Verkehr besonders gezielt und schnell um den dann so genannten Turbo-Kreisel geleitet wird. Ein ganz besonderer Turbo-Kreisel wurde nun in Kaiserslautern zur verkehrlichen Anbindung an ein neu entstehendes US-Militärkrankenhaus errichtet.

Die geplanten Fahrspuren der Kreisfahrbahnen wurden unter Beachtung der erforderlichen Schleppkurven in einer Breite von 4,50 m ausgeführt. Zusätzlich erfolgte eine 1,0 m breite bauliche Mitteltrennung zur Vermeidung von unzulässigen Spurwechselvorgängen

Rhine Ordnance Barracks Medical Center Replacement (ROB MCR) – so lautet die offizielle Bezeichnung der neuen US-Klinik, die das 1953 gebaute Landstuhl Regional Medical Center sowie die Ramstein Air Base Clinic ab Ende 2023 ersetzen soll. Wichtiger Planungsbestandteil für die Verantwortlichen war von  vornherein die verkehrliche Anbindung der Klinik. Der Verkehr wird über die Landesstraße L 369 in Richtung des US-Geländes geführt und soll über einen Kreisverkehrsplatz gebündelt werden, der die Fahrzeuge auch zum Checkpoint für Armee und Luftwaffe verteilt. Da hier künftig mit einem Verkehrsaufkommen von über 20.000 Fahrzeugen pro Tag zu rechnen ist, wurde der Kreisel als partiell zweistreifiger Kreisverkehr mit Spiralform als Turbo-Kreisverkehr mit drei Bypässen ausgebildet. Um einfahrenden Fahrzeugen ausreichende Sichtfelder für die Ein- und Ausfahrsituation zu gewähren, beträgt der größte Außendurchmesser dabei 65 m. Die geplanten Fahrspuren der Kreisfahrbahnen wurden unter Beachtung der erforderlichen Schleppkurven in einer Breite
von 4,50 m ausgeführt. Zusätzlich erfolgte eine 1,0 m breite bauliche Mitteltrennung zur Vermeidung von unzulässigen Spurwechselvorgängen. Die geplanten
Ein- und Ausfädelungsstreifen der erforderlichen Bypässe an die Kreisverkehrsanlage erhielten eine Fahrbahnbreite von 3,50 m zuzüglich eines 0,50 m breiten Randstreifens.

Bordstein-Klebetechnik erleichtert den Einbau der Bordsteine
Weil dieser große Kreisverkehrsplatz unter laufendem Verkehr gebaut wurde, haben sich die Verantwortlichen dazu entschieden, sämtliche Bordsteine, die hier als Randbegrenzungen zum Einsatz kamen, aufzukleben statt diese konventionell einzubauen. Die Bauweise der Klebetechnik machte vor allem auch bei der Anlage der Mitteltrennungen Sinn, da hier einfach die Flachbordsteine FB 30 x 25 auf die fertige Fahrbahn geklebt werden konnten. Geliefert wurden die Bordsteine aus
dem Betonsteinwerk Meudt aus Wallmerod, das die Steine durch Absägen bereits werkseitig auf eine exakt gleiche Höhe von 16 cm brachte. In einem  Dünnbettklebeverfahren wurde 2-KKunststoff auf dem mit Wasserhochdruck gereinigten Asphalt aufgebracht und die Bordsteine mit der geschnittenen Seite verklebt.

Geringer Schneideaufwand spart Zeit beim Aufkleben der Bordsteine
Auf den geringporigen glatten Flächen hält die Verklebung besonders gut. Außerdem werden fertigungsbedingte Höhenschwankungen eliminiert und damit die Steine für die Verklebung kalibriert. Maßtoleranzen sind so nahezu ausgeschlossen. Ein weiterer Vorteil ist der trotz der vielen zu realisierenden Bypässe, Fahrbahnteiler und Fahrbahneinfassungen geringe Schneideaufwand. Er resultiert aus den zahlreichen Radien und Formsteinen, die das Sortiment des Herstellers umfasst, ermöglicht ein sauberes Arbeiten und spart letztendlich Zeit beim Einbau.

Gute Verkehrsleitwirkung dank Zebrastreifenoptik
Weil Gefahr besteht, dass die Borde immer wieder durch Schwerlastverkehr an- und überfahren werden, wurde hinter den Borden eine innenliegende Pflasterung  aufgebracht, die ebenso auf den Asphalt geklebt wurde. Diese soll zur Dauerhaftigkeit und Standfestigkeit der Anlage unter den verkehrlichen Beanspruchungen beitragen. Für eine gute Wahrnehmbarkeit sorgt die optische Gestaltung der aufgeklebten Flachbordsteine. Diese sind abwechselnd
in Weiß und Grau gehalten und bieten damit eine gute Verkehrsleitwirkung – ähnlich wie ein Zebrastreifen. Die Entwässerung der Fahrbahnflächen erfolgt über Straßenabläufe in die geplanten Entwässerungsleitungen bzw. über geöff nete Bordanlagen in die unbefestigten Seitenbereiche.

Weitere Informationen: www.meudt-betonsteinwerk.de

 

 

24.07.2018