Wiedereinsatz von teerhaltigem Straßenaufbruch im Straßenbau nicht mehr zulassen

Fällt im Rahmen von Straßensanierungsmaßnahmen Straßenaufbruch an, so muss dieser – bevor über die weitere Verwendung entschieden werden kann – zunächst auf mögliche Teer-/Pechbestandteile bewertet werden.

Entsorgungsalternativen für teerhaltigen Straßenaufbruch

Handelt es sich um reinen Ausbauasphalt, ist eine Wiederverwendung im Straßenbau direkt möglich. Werden bestimmte Schadstoffmengen übertroffen, handelt es sich um teerhaltigen Straßenaufbruch, der abhängig von der Höhe der Belastung auf unterschiedliche Weise entsorgt werden muss oder verwertet werden kann. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat schon 2015 im Allgemeinen Rundschreiben Straßenbau Nr. 16/2015 darum gebeten, ab dem 1.1.2018 den Wiedereinsatz von teerhaltigem Straßenaufbruch im Straßenbau nicht mehr zuzulassen. Ausschlaggebend dafür war, dass eine komplette Entfernung des PAKhaltigen Materials aus dem Stoffkreislauf erwünscht ist und damit eine weitere Verdünnung vermieden wird. Es ist davon auszugehen, dass auch Kreise, Gemeinden und Kommunen diesem Vorge-hen folgen werden und damit die Verwertung im Straßenbau nicht oder nur noch selten erfolgt. Es bleiben die Optionen der thermischen Behandlung und der Beseitigung oder Verwertung auf der Deponie. Ökologische Gesichtspunkte gewinnen immer stärker an Bedeutung Zusätzlich gewinnen für viele Auftraggeber ökologische Gesichtspunkte immer stärker an Bedeutung. Deshalb ist es zu begrüßen, dass der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasserund Rohstoffwirtschaft e. V. eine entsprechende Studie beim ifeu beauftragt hat, die das Thema auch in ökologischer Hinsicht beleuchtet und Entscheidungshilfen gibt. Hier beleuchten die beiden Autoren Florian Knappe und Joachim Reinhardt die Ökobilanzen unterschiedlicher Alternativen für den Umgang mit teerhaltigem Straßenaufbruch, darunter Beseitigung auf der Deponie, Verwertung als Deponiebaustoff und die thermische Behandlung. Als Ergebnis stellen die beiden Autoren fest, dass aus ökologischer Sicht der Einsatz von teerhaltigem Straßenaufbruch als Deponiebaustoff im Vergleich zur thermischen Reinigung zu befürworten ist, wobei das individuelle Projekt abhängig von den Transportwegen und –arten von der Anfallstelle zur Deponie bzw. zur  Behandlungsanlage beurteilt werden sollte. Für diese Beurteilung werden im Fazit entsprechend konkrete Werte genannt, um es z. B. ausschreibenden Stellen zu ermöglichen, die ökologisch günstigsten Entsorgungswege zu identifizieren.

 

Weitere Informationen: www.remex-solutions.de

2.10.2017