Infrastruktur

Stützwand an der A 40 muss nach Großbrand verstärkt werden – Drei Monate Vollsperrung

Der Bauingenieur und Projektverantwortliche Lars Batzer zeigt, welche Schäden der Brand an der Stützmauer angerichtet hat

Die Autobahn Westfalen muss nach dem Großbrand in einem Reifenlager an der A40 in Bochum in Fahrtrichtung Dortmund eine elf Meter hohe Betonstützwand verstärken. Das Bauwerk, das den Autobahndamm trägt, ist durch die hohe Hitzeentwicklung so stark geschädigt, dass es nicht mehr standsicher ist. Noch am Brandtag wurde mit der Planung der Hilfskonstruktion begonnen und ein Auftrag vergeben. Die A 40 wird während der Bauarbeiten in Fahrtrichtung Dortmund zwischen dem Bochumer Westkreuz und Bochum-Zentrum bis voraussichtlich Ende November voll gesperrt. Die Anschlussstelle Bochum-Hamme in Fahrtrichtung Dortmund bleibt ebenso gesperrt wie der Fußweg, der direkt neben der A 40 über die Schlachthofbrücke führt.

Hohe Hitze hat Beton stark geschädigt

Bereits am Tag des Großbrandes eines Reifenlagers in direkter Nähe zur A 40 waren die Experten der Autobahn Westfalen gemeinsam mit einem beauftragten Statiker am Brandort, um die entstandenen Schäden zu begutachten.

Nachdem die Brandstelle soweit ausgekühlt und von schwelenden Reifenresten befreit worden war, dass ein ungehinderter Zugang zu der Betonstützwand möglich war, wurden die Schäden in Augenschein genommen. Dabei wurde offensichtlich, dass die massive Hitze den Beton stark beschädigt hat. Berechnungen ergaben schließlich, dass die 11 m hohe Wand die Verkehrslast der A 40 nicht mehr tragen kann.

Zeitgleich hat die Autobahn Westfalen bereits unterschiedliche Möglichkeiten der Verstärkung oder eines Neubaus untersucht. Da die naheliegende Schlachthofbrücke, die die A 40 über die Bahnlinie Bochum-Gelsenkirchen führt, absehbar erneuert werden muss, ist die Entscheidung für eine Verstärkung der Stützwand gefallen. So kann die Sperrzeit für die Fahrtrichtung Dortmund so kurz wie möglich gehalten und eine endgültige Erneuerung der Stützwand dann im Zuge des Brückenneubaus eingeplant werden.

Neue Wand wird im alten Bauwerk verankert

Die verstärkende Stützwand wird direkt mit der vorhandenen Wand verbunden und übernimmt so die Funktion der beschädigten Betonwand. Dazu muss die neue Betonwand nicht nur am Fundament der vorhandenen Wand verankert werden, sondern auch mit dem Bauwerk selbst. Auf diese Weise werden zwei bis drei der riesigen Stützwand-Elemente abgesichert.

Bereits jetzt laufen die Reparaturarbeiten an neben der Autobahn verlegten Kabeln, die die Notrufsäulen und auch die Wechselverkehrszeichen-Anlagen mit Strom versorgen. Durch die hohe Hitzeentwicklung waren hier Kabel beschädigt worden.

Sanierungsarbeiten im Tunnel Grumme

Die weiträumige Umleitung führt ab dem Bochumer Westkreuz über die A 448 bis zur A 43 und ist mit Rotem Punkt ausgeschildert. Die A 448 ist seit Montag dieser Woche in beiden Fahrtrichtungen mit zwei Fahrspuren freigegeben und darum als Umleitungsstrecke leistungsfähig. Die Autobahn Westfalen ist mit den Verkehrsbehörden im Austausch, um auch nachträglich noch Verkehre steuern zu können, falls es an einer Stelle zu vermehrten Störungen kommen sollte.

Wie geplant werden am ersten September-Wochenende Sanierungsarbeiten im Tunnel Grumme ausgeführt. Dazu wird die A 40 in Richtung Dortmund zusätzlich zu der nun bestehenden Sperrung zwischen den Anschlussstellen Bochum-Stadion und Bochum-Harpen in der Zeit von Freitag (3.9.) ab 20 Uhr bis Montag (6.9.) um 5 Uhr voll gesperrt werden. In diesem Zeitraum ist auch die Auffahrt der Anschlussstelle Bochum-Stadion in Fahrtrichtung Dortmund gesperrt.

Weitere Informationen
Die Autobahn GmbH des Bundes
Niederlassung Westfalen
D-59065 Hamm
www.autobahn.de/westfalen

01.09.2021