Rodenkirchener Brücke

Notwendiger Neubau der Rodenkirchener Brücke

Die zum Teil über 70 Jahre alte Rodenkirchener Brücke im Kölner Süden ist den Belastungen durch den heutigen Verkehr auf der A 4 zwar noch gewachsen, einem Ausbau der A 4 auf acht Spuren hält die Brücke hingegen nicht stand. So lautet das zentrale Ergebnis abgeschlossener statischen Untersuchungen des Büros Leonhardt, Andrä und Partner. Die Statik ließe weitere Anbauten oder Verstärkungen nicht mehr zu und sie müsste neu gebaut werden. Unter der aktuellen Verkehrsbelastung ist die Rodenkirchener Brücke absolut sicher, was Marc Schumm, der zuständige Gutachter, eindeutig bejahte.
 
Die Teilnehmenden des Dialogforum "A4plus" regten auch an, zu prüfen, ob die Belastung für die Rodenkirchener Brücke durch Verkehrseinschränkungen reduziert und damit das Bestandsbauwerk möglicherweise erhalten werden könnte.
Schumm erläuterte dazu, dass die Rodenkirchener Brücke langfristig ohnehin das Ende ihrer Lebensdauer erreichen wird und durch einen Neubau ersetzt werden muss. Dies ist in voraussichtlich 15-20 Jahren der Fall. Der Planungsauftrag sieht weiterhin eine in vollem Umfang belastbare Rheinquerung vor.
 
Möglicher Ausbau der A 4 und der damit einhergehende Neubau der Rodenkirchener Brücke sollen erst nach dem Ende der Arbeiten an der Leverkusener Rheinbrücke und planmäßig nach dem Bau der weiteren Rheinquerung zwischen Köln und Bonn, der „Rheinspange 553“, erfolgen. Die Verantwortlichen stellten außerdem klar, dass die der Planung zugrundeliegende Verkehrsprognose für das Jahr 2030 von der vollen Nutzbarkeit der Leverkusener Brücke und der realisierten Rheinspange ausgeht. Der Ausbaubedarf der A 4 sei trotzdem vorhanden.
Auch die Auswirkungen der Planungen auf die untergeordneten Verkehrsnetze sind von großem Interesse für die Anwohnenden. Einige Teilnehmenden betonten die Wichtigkeit, die Verkehrsplanung für die Region ganzheitlich zu betrachten und ÖPNV sowie Rad- und Fußverkehr zu berücksichtigen.
 
Das unter Denkmalschutz stehenden Bauwerk gehört zu den seltenen echten Hängebrücken. Damals war die Rodenkirchener Brücke die erste Hängebrücke in Deutschland und gleichzeitig die größte in Europa, somit ein wichtiger Schritt der Brückenbaukunst. Erstmalige Verkehrsfreigabe war am 20. September 1941. Im Januar 1945 wurde die Rheinbrücke durch alliierte Bomben schwer beschädigt und stürzte in Folge ein. Nach Wiederaufbau konnte der Verkehr ab 9. Dezember 1954 erneut fließen. Zwischen 1990 und 9. Dezember 1994 wurde mittels einer Zwillingsbrücke - optisch, architektonisch und technisch sehr gelungen - die Verbreiterung und Verkehrsertüchtigung erreicht.

F. Buchhold

23.02.2021